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Gegenlicht
Das sogenannte Gegenlicht bezeichnet eine Lichtquelle, die sich direkt in der Gegenrichtung des aufzunehmenden Motives oder in dessen Nähe befindet und dessen Licht in das Objektiv der Kamera fällt. Dies hat natürlich Auswirkungen auf das geplante Bild. Zum einen werden sowohl der Hell-Dunkel-Kontrast als auch der Farbkontrast abgeschwächt. Auch eine Schleierbildung ist möglich. Diese Auswirkung kann vermindert werden, wenn eigene Lichtquellen wie ein Blitzlicht verwendet werden. Im Gegensatz dazu scheinen transparente oder nahezu transparente Objekte, die sich im Gegenlicht befinden, mehr Substanz zu erhalten. 

Zudem werden unerwünschte Reflexionen auf einer Aufnahme abgebildet, wenn das Gegenlicht direkt auf das Objektiv trifft. Dabei handelt es sich um Abbilder der Blendenöffnung oder um Reflexionen aus dem Inneren der Kamera. In diesem Fall helfen Streulichtblenden, den Effekt abzumildern. Allerdings wird dieser Effekt in der Kunstfotografie auch gezielt hervorgerufen, wobei spezielle Filter den Effekt verstärken.
Geschichte der Fotografie
Einige Grundprinzipien der Fotografie wie die Funktionsweise der Lochkamera wurden bereits in der Antike formuliert und in der Renaissance wiederentdeckt. Die Geschichte der Fotografie beginnt allerdings erst im späten 17. Jahrhundert, mit der Entwicklung der Laterna Magica und der Camera Obscura, der Nachfolgerin der Lochkamera. Diese wurde vor allem als Skizzierinstrument verwendet. Zusammengefasst kann gesagt werden, dass es sich bei der Fotografie um ein technisches Verfahren handelt, bei dem durch die Verwendung optischer Mittel ein Bild auf lichtempfindliche Medien projiziert und dort gebannt wird. Zunächst wurde dies über rein analoge Verfahren realisiert, im Laufe der Entwicklung kamen elektronische und digitale Verfahren hinzu.

Mit der Entwicklung der richtigen chemischen Verfahren wurde ein großer Sprung gemacht von den bloßen abbildenden Geräten, deren Bilder noch per Hand skizziert wurden, hin zu Kameras, bei denen die Aufnahmen wie von selbst auf eine Fotoplatte gebannt wurden. Dies gelang mittels lichtempfindlicher Emulsionen, die als Film auf die Fotoplatten aufgestrichen wurden. Durch dieses Verfahren leitete sich auch der Begriff „Film“ für das spätere Trägermedium der Aufnahmen ab.

1822 machte der Advokat Joseph Niépce das erste Bild nach den Prinzipien der von ihm entwickelten Heliographie. In den kommenden Jahren wurden zahlreiche Verbesserungen der Verfahren präsentiert, doch die Aufnahmen blieben lange Zeit Schwarz-Weiß. In den 1860er Jahren wurden einige Arbeiten vorgestellt, die bereits das Prinzip der Farbfotografie zum Inhalt hatten, doch es dauerte noch bis zum Ende des 19. Jahrhunderts, bis die ersten Farbbilder sich verbreiteten. Diese wurden allerdings oftmals noch nachkoloriert.

In dieser Zeit feierte die Schwarz-Weiß-Fotografie Erfolge. Die Industrialisierung brachte eine im großen Maßstab gefertigte Rollkamera namens Kodak 1 mit sich, die zu einem Massenprodukt wurde. Sie wurde betont einfach gehalten, damit auch der Laie Interesse an der Fotografie entwickelte. Nicht zuletzt dank des günstigen Preises, der durch die Materialien erzielt wurde, die bei der Fertigung Anwendung fanden, wurde die Kamera vom Publikum erfreut aufgenommen. Auch der Nachfolger, die Kodak 2 feierte Erfolge. Sie wurde bis in die 1950er Jahre hinein genutzt.

In den folgenden Jahren wurde indes weiter an der Farbfotografie geforscht, doch sie blieb weiterhin sehr aufwendig, so dass sie erst in den 1930er Jahren weitere Verbreitung fand. Vorreiter waren die Werbe- und Modefotografie, nach 1945 schloss sich der Journalismus dem Trend an. Die Kunst, die eigentlich Neuheiten sehr offen gegenübersteht, konnte sich erst in den 1970er Jahren für die Farbfotografie erwärmen. In diesen Jahren erlebte auch das Verfahren der Sofortbildkameras, für die der Name des Unternehmens Polaroid mittlerweile für viele ein Synonym darstellt, eine Hochzeit.

In den vergangenen Jahren kam ein neues Verfahren auf, das für die Fotografie auf allen Ebenen eine Zäsur darstellte und das den Markt gehörig durcheinanderwirbelte. Bereits in den 1980er Jahren erschienen auf dem Markt die ersten Kameras, welche die Bildinformationen der Aufnahme nicht mehr auf Film bannte, sondern auf einen Computerchip. Die Digitalkamera war geboren, die in den 1990er Jahren einen enormen Aufstieg erlebte. Das Jahr 2000 war noch einmal ein gutes Jahr für die klassische analoge Kamera, die Filmverkäufe erreichten einen neuen Höhepunkt. Doch im Jahr darauf brach der Markt ein.

Heute dominieren die Digitalkameras den Markt, die klassische Kamera wurde weitgehend verdrängt. In nur 12 Jahren sanken die Verkäufe der Filme um bis zu 99 Prozent. Die Bildbearbeitung und -entwicklung wird heute weitgehend digital am Computer realisiert. In der Kunst und bei enthusiastischen Amateuren wird die klassische analoge Fotografie allerdings weiterhin genutzt.
Goldener Schnitt
Beim sogenannten Goldenen Schnitt handelt es sich um das Teilungsverhältnis einer Strecke s. Die Strecke wird in zwei Abschnitte unterteilt, die zueinander im Verhältnis a > b stehen. In einer Formel ausgedrückt berechnet sich der Goldene Schnitt nach: ((a+b)/a). Das Ergebnis beträgt 0,381996, eine irrationale Zahl, die nicht als Bruch dargestellt werden kann. In der bildenden Kunst hat der Goldene Schnitt seit der Antike, in der er entdeckt wurde, eine enorme Bedeutung. Je nach Kunsttheorie wird ihm eine besonders starke ästhetische Wirkung nachgesagt. Besonders in der Antiken Kunst und in der Renaissance, welche die Antike wiederaufleben ließ, wurde der Goldene Schnitt häufig verwendet, weil er als besonders ansprechend und harmonisch empfunden wurde.

Bedeutung in der Moderne

In der modernen bildenden Kunst wird der Goldene Schnitt nicht nur als gestalterische Grundlage verwendet, sondern steht oftmals selbst im Mittelpunkt der künstlerischen Beschäftigung. Auch in der Fotokunst ist das Ordnungsprinzip zur Bildgestaltung weit verbreitet. Hier hat die Beschäftigung mit dem Goldenen Schnitt zur Dritte-Regel oder Zwei-Drittel-Regel geführt. Die Bedeutung des Goldenen Schnittes ist in der Fotografie allerdings nicht unumstritten. So merken Kritiker an, dass das Prinzip der Diagonalen grundlegender ist, da es besser zum Format der Fotos passt.

Grafische Gestaltung
Ansprechende Fotos entstehen gemeinhin nur selten beim wilden Rumknipsen, sondern erst nach einer bewussten grafischen Gestaltung beziehungsweise einer Bildkomposition. Hierbei gelten einige Regeln, die jedoch nicht alle unbedingt umgesetzt werden müssen. Im Gegenteil, zu viele Gestaltungselemente in einem Bild lassen dieses schnell überlastet und gekünstelt wirken, ein Fehler, der von vielen Amateuren begangen wird. Hier gilt die alte Regel „Weniger ist mehr“. Zudem kann auch die bewusste Verletzung einer Gestaltungsregel zu einer gelungenen Bildgestaltung beitragen.

Linienführung

Die Grundlage für eine ansprechende Bildkomposition ist die Beachtung der Linien in der Aufnahme, wobei eine der wichtigsten Linien die Diagonale ist. Diese führt den Betrachter durch das Bild und kann je nach Richtung positive oder negative Eindrücke hervorrufen. Doch auch waagerechte oder senkrechte Linien sind eine wichtige Grundlage der Bildkomposition. Zudem sollte auf eine harmonische Trennung der Linien geachtet werden, viele Grundprinzipien der Gestaltung in der Malerei wie der Goldene Schnitt können ohne weiteres auf die Fotografie übertragen werden.

Eyecatcher

Mit wenigen Ausnahmen in bestimmten Richtungen der Kunstfotografie ist es wichtig, dem Bild einen Eyecatcher zu geben, der den Blick des Betrachters auffängt. Als Blickfang kann alles Mögliche dienen, von Personen über Tiere und Gegenstände bis hin zu Gebäuden und Bäumen. Zudem eignet sich der Eyecatcher hervorragend, um auf die Linienführung Einfluss zu nehmen, beispielsweise, um die Linie des Horizontes zu unterbrechen und das Bild auf diese Weise etwa nach dem Prinzip des Goldenen Schnitts zu ordnen. 

Farben

Wenn nicht gerade Schwarz-Weiß-Aufnahmen gemacht werden sollen, sind Farben natürlich die wichtigsten Gestaltungsmittel in der Fotografie. Auch hier gilt: „Weniger ist mehr“, da zu viele Farben den Betrachter erschlagen. Die Konzentration auf wenige Farben wirkt harmonischer, besonders, wenn es sich dabei um Komplementärfarben handelt.

Hell-Dunkel-Kontrast

Neben den Farben entscheidet auch die Verteilung von hellen und dunklen Komponenten über die Wirkung des Bildes, vor allem bei Schwarz-Weiß-Aufnahmen. Hierbei gibt es keine allgemeingültige Regel, je nach Aufnahme kann eine höhere oder geringere Anzahl heller oder dunkler Flächen die Aussage des Bildes unterstreichen.

Vordergrund, Hintergrund

Bei Fotografien handelt es sich um zweidimensionale Objekte, deren Bilder jedoch einen dreidimensionalen Eindruck vermitteln sollen. Dies geschieht natürlich über die Linienführung, jedoch auch dadurch, dass auffällige Objekte bei der Aufnahme in den Vordergrund gerückt werden, andere wieder in den Mittel- und Hintergrund.

Perspektive

Bei der Bildkomposition sollte ebenfalls nicht der Standort des Fotografen vergessen werden, da die Perspektive immer entscheidend ist bei der Gestaltung einer Aufnahme. Dabei ist nicht nur die Entfernung zum Objekt entscheidend, sondern auch der Winkel, aus dem es aufgenommen wird. So wirken Bauwerke, die aus der Froschperspektive aufgenommen werden, imposanter als wenn sie aus der Vogelperspektive abgelichtet werden. Bei der Änderung der Nähe zum Objekt sollte auf den Zoom übrigens als letzte Möglichkeit zurückgegriffen und zunächst einmal die Position des Fotografen geändert werden, um ein gutes Ergebnis zu erzielen.
Grundfarben
Der Begriff der Grundfarben bezeichnet eine Gruppe von Farben die sich in einem bestimmten Farbspektrum befinden. Dieser Begriff wird keinesfalls einheitlich verwendet, sondern bezeichnet je nach Gebiet unterschiedliche Farben. Die Optik beispielsweise kennt nach Newton sieben Spektralfarben als Grundfarbe, die aus dem Regenbogen bekannt sind. Diese sind Rot, Gelbrot, Gelb, Grün, Blau, Indigo und Violett. Diese Spektralfarben sind das Resultat einer einheitlichen Wellenlänge. Bei Farbmischungen, die sich aus Überlagerungen von Wellenlängen ergeben, wird hingegen von Valenzfarben gesprochen.

Dreifarbentheorie

Interessanter für die Fotografie ist jedoch die Dreifarbentheorie, die einerseits auf die Erfahrung der Kunstmaler zurückgeht, die besagt, dass aus den drei Farben Rot, Blau und Grün alle anderen Farben gemischt werden können. Zudem hat die Tatsache, dass die Menschen drei Zapfen in der Netzhaut haben, durch die sie die drei Farben Rot, Blau und Grün erkennen können, Einfluss auf die Dreifarbentheorie. Die anderen Farben ergeben sich aus der Kombination der Wellen der drei Farben. In der Malerei werden die drei Grundfarben, die eben die Grundlage für die additive Mischung aller anderen Farben bilden, auch Primärfarben genannt.
Geburtstag
Der Geburtstag bezeichnet einerseits den Tag der tatsächlichen Geburt eines Menschen oder anderer Lebewesen und andererseits den Jahrestag dieser Geburt. In europäischen oder europäisch geprägten Kulturkreisen ist es üblich, dass sowohl die Geburt eines Kindes als auch der Jahrestag der Geburt mit Verwandten und Freunden zusammen gefeiert wird. Bei diesem Anlass wird die gefeierte Person zudem in der Regel beschenkt. Allerdings ist in einigen Regionen der umgekehrte Brauch üblich und die auf dem Geburtstagsfest erschienenen Gäste werden von der Person beschenkt, die Geburtstag feiert.

Rituale

Das Geburtstagsfest ist zumeist stark ritualisiert, vor allem, wenn es sich um einen besonderen Geburtstag handelt wie die Volljährigkeit oder einen runden Geburtstag im hohen Alter. Der Person wird zum Geburtstag gratuliert und es werden Ständchen gebracht. Personen, die mit der gefeierten Person zwar bekannt sind, jedoch nicht auf der Geburtstagsfeier erscheinen können, sei es, weil sie verhindert sind oder der Grad der Beziehung ist nicht ausreichend hoch ist, um eingeladen zu werden, übermitteln in der Regel ihre Glückwünsche auf dem Postweg oder telefonisch, auch Grüße per E-Mail und SMS sind mittlerweile weit verbreitet. Üblicherweise wird erst zum Jahrestag der Geburt gratuliert, da es Unglück bringen kann, wenn zu früh gratuliert wird. Auch hier unterscheiden sich jedoch die Bräuche in einigen Regionen. In Österreich ist es beispielsweise üblich, bereits am Vorabend zu gratulieren.

Besondere Geburtstage

Besonderheiten sind Geburtstage von Monarchen oder hoher staatlicher Persönlichkeiten. Einige Jahrestage von Personen, die sich besonders um das Gemeinwohl verdient gemacht haben, wurden mit einem Feiertag bedacht. Wobei dieser Feiertag nicht unbedingt genau auf dem Jahrestag der Geburt dieser Person liegen muss, sondern auf einen Tag in einer schönen Jahreszeit verlegt wurde, wenn die Gefahr hoch ist, dass an den eigentlichen Jahrestagen schlechtes Wetter herrscht. Auch das Weihnachtsfest, das je nach christlicher Konfession am 24. Dezember oder am 6. Januar gefeiert wird, ist ein Geburtstag, da zu diesen Tagen die Geburt Jesu gefeiert wird. Pfingsten gilt zudem als Geburtstag der Katholischen Kirche.

Geistermonat
Der Geistermonat ist eine volkstümliche Bezeichnung für den siebten Monat im chinesischen Mondkalender. In diesem Monat sollen nach dem Volksglauben der Chinesen sowie nach buddhistischen und taoistischen Traditionen die Seelen und Geister der Verstorbenen die Unterwelt verlassen und auf der Erde wandeln. Zu Ehren dieser Geister wird am 15. Tag dieses Monats ein Fest gefeiert, das sich aus mehreren einzelnen Zeremonien zusammensetzt, darunter das Verbrennen von Totengeld als Opfergabe an die Verstorbenen oder das Aufstellen von Nahrungsmitteln vor dem Haus, um die Toten außerhalb des Hauses zu bewirten, damit sie nicht ins Innere kommen, um nach Essen zu suchen. Ein über die chinesischen Grenzen hinaus bekannter Brauch ist das Ausbringen von Papierbooten und Laternen auf Gewässer, die den Seelen und Geistern den Weg zurück ins Totenreich weisen sollen.
Gemeinjahr
Der Begriff Gemeinjahr bezeichnet in der Chronologie ein Jahr mit der üblichen Anzahl an Tagen, wobei die Regeln des jeweiligen Kalendersystems grundlegend für die Bestimmung des Gemeinjahres sind. In den Sonnenkalendern und damit auch im derzeit weltweit genutzten gregorianischen Kalender umfasst ein Gemeinjahr 365 Tage. Alle vier Jahre allerdings wechselt das Gemeinjahr mit einer Sonderform, dem Schaltjahr. In diesem Jahr wird ein zusätzlicher Tag eingeschoben, um die Ungenauigkeit der chronologischen Berechnung des gregorianischen Kalenders auszugleichen.
Geschäftsjahr
Das Geschäftsjahr ist muss sich nicht unbedingt mit dem Kalenderjahr decken und stellt vielmehr einen Begriff aus dem Wirtschaftsrecht dar. Es bezeichnet ein sogenanntes Rumpfgeschäftsjahr, wenn der Zeitraum kürzer als 12 Monate ist, sonst den Zeitraum, in dem ein Unternehmen seinen Jahresabschluss aufstellt sowie den Zeitraum zwischen zwei Stichtagen für die Bilanz.

Der Begriff des Geschäftsjahres ist im Paragraph 242 des Handelsgesetzbuches rechtlich definiert. Gelegentlich wird auch der Begriff Fiskaljahr für das Geschäftsjahr verwendet. Das Geschäftsjahr gilt nicht nur für Unternehmen, sondern auch für Vereine. In diesem Fall ist der Rechtsbegriff allerdings „Vereinsjahr“. Das Geschäftsjahr beginnt immer mit der Eröffnungsbilanz und endet maximal zwölf Monate später mit dem Stichtag der Bilanz. Das Geschäftsjahr ist indirekt abhängig vom Kalenderjahr und kann in einigen Fällen von diesem abweichen. Dies betrifft vor allem Unternehmen, die stark saisonabhängig arbeiten. In diesem Fall kann der Stichtag der Bilanz auf die Spitze der jeweiligen Saison gelegt werden, damit alle Umsatzschwerpunkte berücksichtigt werden können. Auch landwirtschaftliche Betriebe wählen traditionell Geschäftsjahre, die nicht mit dem Kalenderjahr zusammenhängen. Auch bei Firmen, die im Ausland sitzen, ist es üblich, alternative Geschäftsjahre zu wählen.
Gesetzliche Zeit
Bei der gesetzlichen oder amtlichen Zeit handelt es sich um die amtlich festgelegte, offizielle Zeit beziehungsweise Uhrzeit. Diese kann je nach den jahreszeitlichen Anforderungen angepasst werden, wie die Sommer- und Winterzeit.
Greenwichzeit
Die Greenwichzeit oder die GMT, die Abkürzung des englischen Begriffes Greenwich Mean Time, bezeichnet die mittlere Sonnenzeit am Nullmeridian. Im englischen Sprachgebrauch wird auch die Bezeichnung WET, die Abkürzung von West European Time benutzt. In den Jahren 1884 bis 1928 wurde die GMT als gültige Weltzeit verwendet. Heute übernimmt diese Funktion die UTC, die Koordinierte Weltzeit.
Gregorianischer Kalender
Beim gregorianischen Kalender handelt es sich um ein chronologisches System, das Ende des 16. Jahrhunderts entstand und vom namensgebenden Papst Gregor XIII. per päpstlicher Bulle „Inter gravissimas“ eingeführt wurde. Die Grundlage des gregorianischen Kalenders war der julianische Kalender, der umfassend reformiert und dessen Zählsystem verallgemeinert wurde. Der neue Kalender löste nicht nur den julianischen ab, sondern zahlreiche weitere Kalendersysteme. Heute wird der gregorianische Kalender weltweit verwendet.

Fehler des alten Kalendersystems

Der julianische Kalender war in vielerlei Hinsicht recht fehlerhaft. Das Zählsystem war sehr ungenügend, ein julianisches Jahr war nicht deckungsgleich mit dem Sonnenjahr, sodass er zur Einführung des gregorianischen Kalenders bereits zehn Tage nachging. Damit waren natürlich alle Datierungen fehlerhaft. Besonders die falsche Berechnung des Zeitpunktes des Osterfestes war schließlich der Anlass für die Reform des julianischen Kalenders. Die Fehlerhaftigkeit des Kalendersystems war bereits seit dem 6. Jahrhundert bekannt, zwei Jahrhunderte nach der Einführung des julianischen Kalenders. Erst ab dem 14. Jahrhundert wurden immer wieder Forderungen laut und Bestrebungen unternommen, das System zu reformieren. Doch es dauerte noch bis ins 16. Jahrhundert, bis sich die katholische Kirche dazu entschloss.

Reformen

Die Grundlage der Reformen war ein neuer, genauerer Algorithmus, der die Kalenderdaten des Konzils von Nicäa im Jahr 325 wiederherstellte. Die überschüssigen zehn Tage wurden bei der Einführung des gregorianischen Kalenders einfach fallen gelassen, sodass dem Oktober 1582 einige Tage abgezogen wurden. Der Monat wurde gewählt, da dieser über recht wenige Heiligentage verfügte. Die falschen Daten der Mondphasen wurden ebenfalls um drei Tage zurückdatiert. Der gregorianische Kalender war allerdings auch nicht vollständig korrekt, sodass das Kalendersystem ebenfalls bald zurückhängen würde, wenn er nur Gemeinjahre beinhaltete. Um diesem Missstand entgegenzuwirken, wurde alle vier Jahre ein Schaltjahr mit einem zusätzlichen Tag eingefügt.

Zählweise

Die Anzahl der Monate beträgt im gregorianischen Kalender zwölf, sie umfassen durchschnittlich 4,35 Wochen und 30 beziehungsweise 31 Tage. Einzig der Februar verfügt nur über 28 Tage, im Schaltjahr kommt ein weiterer Tag hinzu. Die Gesamtanzahl der Tage beträgt im Gemeinjahr 365 Tage, im Schaltjahr alle vier Jahre 366. Damit entsteht bei der Tagesanzahl im gregorianischen Kalender ein Durchschnittswert von 365,25 Tagen. Die Zählung des neuen christlichen Kalenders begann im Jahr 1 nach Christi Geburt. Ein Jahr 0 war nicht vorgesehen. Die alte Chronologie endete mit dem Jahr 1 vor Christi Geburt. Daraus ergibt sich auch, warum die neuen Jahrhunderte immer im Jahre 1 des neuen Jahrhunderts beginnen und nicht im Jahre Null. Diese Regelung hatte zuletzt zum Jahrtausendwechsel für Diskussionen gesorgt.

Verbreitung

Der Kalender wurde recht schnell von den katholisch dominierten Ländern angenommen, die Protestanten weigerten sich längere Zeit, den Kalender anzuerkennen. Aus diesem Grund mussten Verträge zwischen Katholiken und Protestanten in dieser Zeit mit zwei Datumsangaben versehen werden. Als erstes souveränes außereuropäisches Land entschied sich Japan 1873, den gregorianischen Kalender einzuführen, als letzte Nation übernahm China 1949 das Kalendersystem. Orthodoxe Glaubenssysteme haben den gregorianischen Kalender im Jahr 1923 weitgehend übernommen. Beim Schaltjahr haben sie allerdings eine Ausnahme hinzugefügt.
Griechisch-Orthodoxer Kalender
Die orthodoxen Kirchen hatten anfangs Schwierigkeiten mit dem neuen gregorianischen Kalender und lehnten das System ab. 1923 entschlossen sie sich allerdings schlussendlich, unter einem Kompromiss den neuen Kalender zu übernehmen. Sie verzichteten auf die Schaltjahr-Regelung des gregorianischen Kalenders und fügten eine eigene Regelung ein. 

Abweichung vom gregorianischen Kalender

Die neuen Reglungen sehen vor, dass ein Jahr nur dann zu einem Schaltjahr erklärt wird, wenn die Jahreszahl ohne Rest durch die Zahl 4 geteilt werden kann. Außer das Jahr ist zusätzlich durch die Zahl 100 teilbar, dann wird auf die Schaltjahr-Regelung verzichtet. Die dritte Regelung sieht vor, dass das Jahr entgegen der zweiten Regel doch ein Schaltjahr ist, wenn die Jahreszahl durch 900 geteilt werden kann und sich dabei ein Rest von 200 oder 600 ergibt. Aufgrund dieser drei Regelungen weist der orthodoxe Kalender in 900 Jahren sieben Schaltjahre weniger auf als der gregorianische und ist zudem um das zehnfache genauer an das astronomische Sonnenjahr angepasst. Das Jahr hat im orthodoxen Zählsystem durchschnittlich 365,242222 Tage, wodurch er als der bislang genaueste Kalender gilt.

Einführung des Kalenders

1923 entschieden die Vertreter der Gemeinden auf dem gesamtorthodoxen Kongress in Konstantinopel, das vom serbischen Gelehrten Milutin Milanković entwickelte System einzuführen. Im Frühjahr 1924 übernahmen mit Ausnahme der russisch-orthodoxen Kirche alle orthodoxen Gemeinden den neuen Kalender. Russland konnte aufgrund der Nachwirkungen der Revolution von 1917 nicht an dem Kongress teilnehmen und behielt den julianischen Kalender bei. Daraufhin traten einige orthodoxe Gemeinden von ihrer Entscheidung zurück und wollten zunächst darauf warten, dass sich die Lage in Russland beruhigt, damit die Einführung des neuen Kalenders gemeinsam geschehen könne. Das Patriarchat von Konstantinopel, die bulgarisch- und die griechisch-orthodoxe Kirche allerdings blieben bei ihrer Entscheidung und führten den Kalender ein. Eine Besonderheit betraf die Regelung des Osterfestes. Die Daten der Feierlichkeit wären in den orthodoxen Gemeinden je nach Kalendersystem unterschiedlich. Daher wurde entschieden, dass der neue Kalender nicht für das Osterfest gelten solle, da ein gemeinsam gefeiertes Fest den richtigen astronomischen Daten vorzuziehen sei. Weil nur ein Teil der orthodoxen Kirchen dem neuen Kalender folgt, wird dieser auch nach der größten Gemeinde, die dem neuen System folgt auch griechisch-orthodoxer Kalender genannt.