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Handbuch
Bei einem Handbuch handelt es sich um eine Bedienungs- oder Gebrauchsanleitung, die vom Hersteller eines bestimmten Produktes diesem beigegeben wurde, um die Funktionen desselben zu erläutern. Es umfasst je nach Komplexität eine Einführung in die Hauptfunktionen, eine detaillierte Beschreibung, die Pflege, mögliche Fehlerquellen und deren Lösung und die technischen Eckdaten des Produktes. Zumeist ist das Handbuch dem Produkt in gedruckter Form beigefügt, bei digitalen Erzeugnissen liegt die Anleitung jedoch oftmals im Dateiformat pdf vor, so dass die nur mit einem geeigneten Programm gelesen werden kann.
Hama
Bei Hama handelt es sich um einen der führenden Global Player in den Bereichen Computer, Audio, Telekommunikation, Video und Fotografie. Der Stammsitz des Unternehmens befindet sich im bayrischen Monheim. Der damals erst 18-jährige Martin Hanke hat das auf Fotozubehör spezialisierte Unternehmen 1923 in Dresden gegründet. Im Zweiten Weltkrieg wurde der erste Stammsitz der Hamaphot AG allerdings durch die Luftangriffe auf die sächsische Landeshauptstadt vollständig zerstört, Hanke sah sich gezwungen, umzuziehen. In Monheim fand die Hamaphot AG eine neue Heimat. 13 Jahre nach Kriegsende konnte das Unternehmen sein erstes synchronisiertes Pulverblitzgerät vorstellen, in den 1970er Jahren folgten die erste automatische Filmklebepresse der Welt sowie Hamafix, ein System zur Rahmung von Dias. Mit dem Videoschnittgerät „Videocut 200“, das Hamaphot Anfang der 1990er Jahre auf den Markt brachte, konnte sich das Unternehmen endgültig etablieren. Heute hat der Konzern, dessen Name 1993 auf Hama verkürzt wurde, nicht nur Geräte und Zubehör in den Bereichen Fotografie und Video im Portfolio, sondern auch Computertechnologie, Schulzubehör und Geräte für die Telekommunikation.

Hasselblad
Bei dem Unternehmen Hasselblad handelt es sich um einen schwedischen Kamerahersteller, der sich vor allem auf die Produktion von Scanner und Mittelformatkameras spezialisiert hat. Das Unternehmen, das seinen Stammsitz in Göteborg hat, wurde 1941 gegründet. 2003 wurde der Kamerahersteller von der Hongkonger Unternehmensgruppe Shririo Group gekauft. Laut eigener Darstellung soll die analoge 6x6-Kamera von Hasselblad die Beste der Welt sein.

Digitale Fotografie

Wie alle Kamerahersteller hat sich das schwedische Unternehmen auch auf den Bereich der Digitalkameras konzentriert. In diesem Segment bietet Hasselblad digitale Kamerarückwände an, die an analoge Geräte montiert werden können, wodurch diese zu vollwertigen Digitalkameras werden. 2005 erschien die erste rein digitale Spiegelreflexkamera von Hasselblad. Der Sensor wies 22 Megapixel auf. Die neuesten Modelle, die H4D-50 und die H4D-60, verfügen über 50 und 60 Megapixel.

Ausstatter des Apollo-Programms

Besondere Bekanntheit erlangte das schwedische Unternehmen aufgrund seiner Zusammenarbeit mit den USA als Ausstatter des Apollo-Programms. 1969 führten die Astronauten bei der ersten Mondlandung eine speziell umgebaute 500 EL mit sich, die über ein Réseaugegitter, ein 5,6/60 mm Biogon-Objektiv und ein Filmmagazin verfügte, das bis zu 200 Aufnahmen ermöglichte. Auch in folgenden Missionen stattete Hasselblad die Raumfähren aus. Durch ein Missgeschick erhielt in diesem Zusammenhang Schweden seinen ersten Satelliten, wie skandinavische Zeitungen ironisch schrieben, als Astronaut Michael Collins während eines Außeneinsatzes bei der Gemini-10-Mission seine Kamera von Hasselblad verlor.
Hausrecht
Das sogenannte Hausrecht regelt das Recht von Menschen, frei darüber zu entscheiden, wer Zugang zu bestimmten Orten hat und wer nicht. Dem Hausrecht liegt das Prinzip des Grundstückseigentums oder –besitzes zugrunde. Dieses Hausrecht gilt ebenfalls bei beruflich oder gewerblich genutzten Räumlichkeiten wie Kneipen oder Clubs. Im weiteren Sinne fällt unter das Hausrecht auch das Recht des Hausrechtinhabers, das Fotografieren in seinen Räumlichkeiten oder auf seinem Grundstück zu untersagen. Betreiber von Ausstellungen, Bibliotheken oder Museen machen von dem Hausrecht Gebrauch, wenn sie den Besuchern der Örtlichkeiten das Fotografieren der Exponate verbieten wollen, bei denen das Urheberrecht bereits abgelaufen ist und eine Vervielfältigung der Werke somit theoretisch möglich wäre.
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Hotspot
In der Fotografie handelt es sich bei einem Hotspot beziehungsweise Centerspot um eine dunkle Stelle im Negativ und dementsprechend um eine helle Stelle im Bild. Dieser Hotspot liegt genau auf der konzentrisch optischen Achse des Objektivs und daher auch immer in der Mitte des Bildes.

Das Auftreten des Hotspots ist vor allem in der Infrarotfotografie problematisch. Objekte, die eine solche Stelle erzeugen, sind nicht geeignet für eine Aufnahme. Dieser Hotspot entsteht durch eine höhere Lichtempfindlichkeit des CMOS-Chips in Infrarot-Kameras auf IR-Licht. Um den Hotspot zu vermeiden muss dieser Chip daher für IR-Licht gesperrt werden. Darüber hinaus empfiehlt sich bei der Infrarotaufnahme der Einsatz einer speziellen Blende. 
Hotpixel
Bei den Hotpixeln handelt es sich um fehlerhafte Bildpunkte, die entstehen, wenn die Reaktion der Digitalkamera nicht proportional auf das eintreffende Licht erfolgt. Besonders bei hohen ISO-Werten und hohen Belichtungszeiten häuft sich die Anzahl der betreffenden fehlerhaften Bildpunkte ebenso wie bei einer steigenden Arbeitstemperatur der Kamera. Um die Entstehung von Hotpixeln zu vermeiden gibt es mehrere Möglichkeiten. Eine Möglichkeit ist es, die Temperatur des Bildsensors gering zu halten. Einige Digitalkameras verfügen über einen eingebauten Mechanismus, der diese Funktion übernimmt. Darüber hinaus verfügen einige Modelle über den Modus “automatische Rauschreduzierung bei Langzeitbelichtung“. Ist diese Funktion aktiviert, wird nach der ersten Aufnahme bei geschlossener Blende eine zweite Aufnahme getätigt. Die dabei auftretenden Hotpixel werden aus der Aufnahme herausgerechnet.

Vermeidung von Hotpixeln

Auch bei der Fertigung der Kamera selbst werden oftmals einige Verbesserungen vorgenommen, um die Anzahl der Hotpixel zu reduzieren, etwa durch eine Beschränkung der Belichtungszeit. Da jeder Bildsensor von Haus aus durch seine Konstruktion bereits eine bestimmte Menge an Hotpixeln aufweist, können diese zudem bereits im Vorfeld ermittelt und in der Kamera gespeichert werden, so dass diese die betreffenden Bildpunkte gleich bei der Aufnahme herausrechnet. Defekte Bildpunkte, die durch hohe Temperaturen oder Alterung der Kamera entstehen, können dabei natürlich nicht berücksichtigt werden. In diesem Falle können die fehlerhaften Bilder natürlich mit einem geeigneten Bildbearbeitungsprogramm am Computer nachbearbeitet werden. Das Aufkommen und die Struktur der Hotpixel auf einer Aufnahme sind sehr individuell. Sie können als der Fingerabdruck einer Digitalkamera bezeichnet werden, so dass die fehlerhaften Bildpunkte auch in der Bildforensik Anwendung finden.

Heiligenkalender
Der Heiligenkalender bezeichnet kein eigenständiges Kalendersystem, sondern vielmehr ein kalendarisches Verzeichnis der katholischen Kirche, in welchem die jeweiligen Heiligen mit dem ihnen zugeordneten Gedenktag vermerkt sind, die jeweiligen Tage tragen den Namen des Heiligen. Daher kann er mit dem sogenannten Martyrologium verglichen werden, in dem die Namen von Märtyrern, ihre Geschichte und ihre Todesart verzeichnet wurden. Der Gedenktag des jeweiligen Heiligen wurde in der Regel an dessen Todestag vermerkt. Ausnahmen sind die Gottesmutter sowie Johannes der Täufer. Bei diesen beiden Heiligen wird auch der Geburtstag aufgeführt.

Unterschied zu herkömmlichen Kalendern

Ursprünglich waren diese Verzeichnisse ein Teil liturgischer Werke. Da die Traditionen auch innerhalb der Kirche vielfältig sind und es ebenso eine Vielzahl von liturgischen Büchern und Gebräuchen gab, existiert auch nicht nur ein Heiligenkalender, sondern verschiedene Variationen, je nach Ordensgemeinschaft oder Kloster. Im Unterschied zu herkömmlichen Kalendern wurden im katholischen Heiligenkalender auch die sonst beweglichen Festtage wie Ostern zu einem festen Zeitpunkt verzeichnet. Sollten sie sich nicht mit einem anderen Fest überschneiden, werden sie auch zu diesen Zeitpunkten gefeiert. 

Einführung

Die Grundlage des ursprünglichen Heiligenkalenders bildete der stadtrömische Kalender. Papst Pius der V. benutzte diese Vorlage, um zwischen 1568 und 1570 Ordnung im Chaos der Heiligenverehrung zu schaffen und eine einheitliche Struktur einzuführen, was auch mehrere Jahrhunderte gelang. Erst im Zweiten Vatikanischen Konzil 1969 wurde wieder versucht, den Heiligenkalender zu pluralisieren und die einzelnen Ausgaben den jeweiligen Regionen und Orden zuzuordnen.

Trivia

Im bäuerlichen Brauchtum wurden den Heiligentagen und den festlichen Daten noch Regeln zum Wetter und zur Agrarkultur beigefügt. Diese sind zumeist in der Form eines Reimes verfasst. Zudem verfügt nicht nur die katholische Kirche über Heiligenkalender. Auch Anglikaner, orthodoxe Kirchen sowie reformatorische Kirchen und Altritualisten können entsprechende Schriften vorweisen. Lange Zeit war es üblich, einem neugeborenen Kind während der Geburt oder der Taufe den Namen des Heiligen zu geben, an dessen Namenstag es zur Welt kam, um es mit dessen Kraft zu segnen. 

Horoskop
Das Horoskop, das seltener auch als Kosmogramm bezeichnet wird, ist ein wichtiger Teilbereich der Astrologie. Das Horoskop, von griechisch „hora“ = Stunde und „skopéin“ = beobachten oder Kosmogramm, „kósmos“ = (Welt)Ordnung und „grámma“ = Geschriebenes, ist ein Mittel, die Himmelskörper in ihrer jeweiligen Position zu einem bestimmten Zeitpunkt darzustellen, wobei die nach Längen- und Breitengrad bestimmte Position des Astrologen auf der Erde als zentraler Beobachtungspunkt dient. Grundlage der Berechnung der Himmelsmechanik waren lange Zeit die Ephemeriden. Heute wird eine spezielle Software verwendet.

Geschichte

Die Verwendung astrologischer Prinzipien zur Erstellung von Horoskopen ist sehr alt, die ältesten Nachweise stammen aus dem Alten Reich Ägyptens. Die ersten Horoskope, die den heutigen Darstellungen ähneln, gehen allerdings auf das dritte Jahrhundert zurück. Zu dieser Zeit setzte der griechische Mathematiker und Geograf Claudius Ptolemäus im Westen den tropischen Tierkreis durch, der, anders als in der vedischen Astrologie, den Frühlingspunkt als Beginn verwendet. Über die Jahrhunderte hat der Begriff des Horoskopes leichte Veränderungen erfahren. Ursprünglich wurde das gesamte Tierkreiszeichen als Horoskopus bezeichnet, später nur noch der Ekliptikgrad am Horizont des Ostens. Dieser Ekliptikgrad ist heute unter dem Begriff des Aszendenten bekannt. Heute fällt unter die Bedeutung des Begriffs Horoskop das gesamte grafische Ergebnis der Berechnungen.

Erstellung eines Horoskopes

Die Prinzipien der Erstellung eines Horoskopes folgen dem hermetischen Grundsatz „Wie oben, so unten“. Demnach ist durch die Stellung der Himmelskörper bei der Geburt eines Menschen, der Gründung eines Unternehmens, einer Organisation oder eines Staates deren Lebensplan und Zeitqualität bereits festgelegt. Auch die Anfangsenergie kann mit einem Horoskop ermittelt werden. Das Horoskop dient damit als Grundlage für Vorhersagen und dient für den jeweiligen Menschen zudem als Werkzeug der Selbsterkenntnis und –reflexion. Für die Erstellung der mehrfarbigen, zumeist kreisförmigen Grafiken werden, die Himmelskörper und je nach Schule der Astrologie auch Asteroiden beobachtet und zu den Linien der Himmelskörper, den Aspekten, den Himmelsrichtungen und Achsen sowie der Position des Menschen auf der Erde bei seiner Geburt in Beziehung gesetzt. Auch die jeweiligen Tierkreiszeichen fließen in die Berechnung ein. Zu Erstellung eines individuellen Horoskops benötigt der Astrologe neben dem Geburtsdatum den Geburtsort und den genauen Zeitpunkt der Geburt.

Arten der Horoskope

Im Laufe der Jahrhunderte wurden in den verschiedenen Kulturen zahlreiche Arten der Horoskope entwickelt. Eine der am weitesten verbreiteten Horoskope ist das sogenannte Geburtshoroskop, mit welchem eben nach den Parametern von Geburtszeitpunkt, -ort und -tag der Charakter eines Menschen ermittelt wird sowie die Zeitqualität und sein Lebensweg. Bereits in Babylonien wurden auf diese Weise die jeweiligen Herrscher analysiert und beurteilt. Ein solches Horoskop erstellen zu lassen, ist in der Regel recht teuer. Eine zweite Variante des Horoskopes ist das stundenastrologische Fragehoroskop. Es dient der Entscheidungsfindung und wird zum Augenblick der jeweiligen Frage ausgehend vom Ort des Astrologen aufgestellt. Ein derartiges Horoskop ist weniger komplex als ein Geburtshoroskop, da sich die Berechnung zumeist auf die alten Herrscher der Tierkreiszeichen beschränkt. Die erst später entdeckten Planeten Neptun, Uranus und Pluto werden nicht beachtet. Die Aspekte können entweder als positiv oder als negativ interpretiert werden. Am bekanntesten und am weitesten verbreitet ist mit Abstand das Zeitungshoroskop, das in vielen Presseerzeugnissen zu finden ist. Für die Berechnung dieser Horoskope werden lediglich die Tierkreiszeichen beachtet. In der Astrologie ist dieses Horoskop sehr umstritten. Experten kritisieren das Zeitungshoroskop als Banalisierung der Astrologie, die mit den Ängsten und Wünschen der Menschen spiele. Zudem seien die Aussagen in diesen Erzeugnissen in der Regel so allgemein gehalten, dass sie mit hoher Wahrscheinlichkeit zutreffen.

Das Horoskop in der Wissenschaft

Bis ins 17. Jahrhundert hinein galten die Astrologie und die Erstellung von Horoskopen als exakte Wissenschaft. Dies änderte sich mit der Aufklärung, welche diese beiden Prinzipien in den Bereich der Pseudowissenschaft verschoben. Sie weisen mehr Überschneidungen mit religiösen Prinzipien auf als mit der Wissenschaft, so die Kritik. Daher werden die Astrologie und die Arbeit mit Horoskopen heute auch eher im Zusammenhang von Religions- und Kulturwissenschaft untersucht. Ein eigenständiges Forschungselement ist die Astrologie nicht mehr. Die Ungenauigkeit der Astrologie wurde erstmals in den 1960er Jahren auch umfassend wissenschaftlich belegt, als sich die Forscher angesichts des Erstarkens der Esoterik und der wachsenden Anzahl von Anhängern des New Age und des Wassermannzeitalters zunehmend mit dem Forschungsgegenstand beschäftigten. Die Untersuchungen zeigten, dass sich die Trefferquote von Horoskopen statistisch im Bereich der Zufallstreffer befindet. Treffen individuelle, persönliche Vorhersagen doch ein, handelt es sich zumeist um ein Phänomen, das in der Psychologie mit dem Begriff „Selbsterfüllende Prophezeiung“ bezeichnet wird. Menschen, die an die Richtigkeit des Horoskopes glauben, arbeiten unbewusst an der Erfüllung der Aussagen, sodass sie zumeist zwangsläufig eintreffen. Zudem arbeite auch die heutige Astrologie mit veralteten und teils widerlegten Annahmen über das Universum. Der Trend der Astrologie und der Horoskope ist allerdings ungebrochen. Neuere Umfragen belegen, dass knapp ein Viertel der Menschen glauben oder zumindest nicht ausschließen, dass Horoskope zutreffen können.

Hundertjähriger Kalender
Landwirtschaft war und ist stark wetterabhängig. Daher wurden im Laufe der Jahrhunderte zahlreiche Methoden entwickelt, wie das Wetter über einen längeren Zeitraum vorhergesagt werden kann, um nicht zum Ende des Sommers vor verdorrten oder vom Hagel zerstörten Feldern zu stehen. Die bekannteste Grundlage zur Vorhersage längerfristiger Wettersituationen ist neben den Bauernregeln der Hundertjährige Kalender. Dieser Kalender geht auf Mauritius Knauer zurück, den Abt des Klosters Langheim, der Mitte des 17. Jahrhunderts mit diesem Regelwerk die klösterliche Landwirtschaft zu verbessern versuchte. Zur Erstellung seines „Calendarium oeconomicum practicum perpetuum“ beobachtete der Geistliche allerdings nicht die meteorologischen Phänomene oder das Zusammenspiel von Flora, Fauna und Wetter, sondern zog astrologische Ideen heran, die bereits damals sehr umstritten waren. Besonders die Vorstellung, dass die Himmelskörper ganzjährig einen Einfluss auf das Wetter auf der Erde hätten, wurde von vielen Astrologen als absurd abgelehnt.

Knauer ließ sich nicht beirren und erstellte sein Kalendarium, indem er sieben Jahre lang, von 1652 ab, das Wetter in Abhängigkeit von den Himmelskörpern beobachtete. Nach diesem Zeitraum seien für die Zukunft verlässliche Prognosen möglich. Astrologische Erscheinungen, die nicht regelmäßig in Erscheinung treten wie Kometen, als auch regelmäßige, jedoch seltene Erscheinungen wie Sonnen- oder Mondfinsternisse könnten das Wetter jedoch ebenfalls stören. Im Jahr 1700 veröffentliche der Erfurter Arzt Christoph von Hellwig den Kalender zum ersten Mal. Er entschloss sich jedoch, die lateinischen Passagen zu streichen und den Kalender auf das Jahr 1600 zu datieren, ein Umstand, durch den das Werk lange Zeit irrigerweise als Fälschung galt. Vier Jahre später erschien das Werk in Kulmbach und trug nun den Namen des ursprünglichen Verfassers. Der Kalender erscheint bis heute in zahlreichen Verlagen unter der Bezeichnung „Hundertjähriger Kalender“. Leider hat das Werk lediglich einen kulturhistorischen Wert, da Untersuchungen ergaben, dass es keine gültigen Vorhersagen zu meteorologischen Veränderungen enthält. Eventuell übereinstimmende Überschneidungen von Aussagen des Hundertjährigen Kalenders gelten als Zufall.
Hundstage
Im Gegensatz zur landläufigen Meinung werden die Hundstage nicht deswegen als solche bezeichnet, weil auch Hunde unter der Hitze des Sommers litten. Der Begriff hat vielmehr astronomische Gründe. Der Begriff bezeichnet einen Zeitraum in Europa, der am 23. Juli beginnt und am 23. August endet. In dieser Zeit erscheint erneut der Stern Sirius am Himmel, der sich im namensgebenden Sternbild des Hundes befindet. Für die Zeitansetzung der Tage vom großen Hund ist das Römische Reich verantwortlich. Es geht allerdings zurück bis in das alte Ägypten ca. 4000 vor Christi Geburt. Der Sirius wurde als Verkörperung der Göttin Sopdet gesehen, die alljährlich die Nilschwemme bringt, die fruchtbare Zeit, wenn der Nil über die Ufer tritt.

Der Begriff der Hundstage hat sich tief in das kulturelle Bewusstsein der Völker gebrannt. Die antiken Griechen bringen die Hitze des Sommers mit der Verschmelzung der Sonne und des Feuers des Sirius in Verbindung. Die in dieser Zeit häufig auftretenden Fata Morganen hingegen wurden von den Arabern als „Speichel des Hundesterns“ bezeichnet. Die Präzession der Erde sorgt allerdings dafür, dass die Hundstage nicht statisch auf einem Zeitpunkt bestehen bleiben. Der heliakische Aufgang des Sirius geschah vor 4000 Jahren in Ägypten bereits am 19. Juli und endete am 19. August. Die Hundstage haben sich seitdem also um vier Tage verschoben. Aktuellen Berechnungen zufolge wird der Sirius in 10.000 Jahren sogar erst im Januar erscheinen.