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Kalibrieren
Die Kalibrierung bezeichnet die Vergleichsmessung zur Feststellung der Abweichung eines Messgerätes zu einem anderen Gerät. Obwohl ähnlich ist die Kalibrierung abzugrenzen von den Verfahren des Eichens, des Justierens, des Abgleichs, der Spezifikation und der Konformität.

Zum Vorgehen bei einer Kalibrierung gehört die Definition des Prozesses und damit die Definition der Daten zum Normalzustand des Gerätes, die Bedingungen der jeweiligen Umgebung sowie die Definition der Vorgehensweise. Eine Kalibrierung ist nur die Aufnahme eines Augenblickes und es müssen mehrere dieser Vorgänge durchgeführt werden, um gültige Aussagen über das Verhalten des Gerätes tätigen zu können.

Kamera
Ein nach den Prinzipien der Optik arbeitendes Gerät zur Aufzeichnung stiller oder bewegter Bilder wird als Kamera bezeichnet. Die grundlegenden Prinzipien dieses Gerätes sind schon seit der Antike bekannt. Bereits in den Aufzeichnungen des Philosophen Aristoteles finden sich die Grundprinzipien der Lochkamera. Diese besteht aus einer Box mit transparenter Rückseite und einem einfachen Loch in der Vorderseite, durch das Licht fällt. Auf der Rückseite der Lochkamera wird das von einem anvisierten Objekt reflektierte Licht abgebildet, das Objekt erscheint spiegel- und seitenverkehrt. Die Lochkamera wurde in der Renaissance wiederentdeckt und zur Camera Obscura weiterentwickelt. Diese unterscheidet sich von der Lochkamera dadurch, dass sie bereits über einen Vorläufer des Objektivs mit einer Sammellinse verfügt, welches die einfache Öffnung der Lochkamera ersetzt. Die Camera Obscura ist zudem der Namensgeber der Kamera.

Film

Der endgültige Schritt zur fotografischen Kamera wurde im 19. Jahrhundert mit der Entwicklung des chemischen Filmes vollzogen. Dieser Film stellt eine lichtempfindliche Emulsion dar, mit der ursprünglich eine Fotoplatte überzogen war. Wird diese Emulsion dem Licht ausgesetzt, entsteht ein Bild des jeweiligen Objektes, von dem das Licht ausgeht. Mit der Entwicklung des Zelluloids als Träger dieses chemischen Filmes wurde die Fotoplatte ersetzt. Der Film stellte lange Zeit die führende Grundlage bei der Herstellung von Filmen dar.

Objektiv

Die ersten Kameras wiesen feste Objektive mit einer unveränderlichen Brennweite auf, später wurden Objektive entwickelt, die über ein System aus Linsen und Spiegeln verfügten und die Brennweite ändern konnten. Die Funktionsweise der Kamera mit Objektiv ist jedoch immer dieselbe und ähnelt weitgehend der Arbeitsweise der Vorgänger. Eine Linse im Objektiv bündelt das eingehende Licht und projiziert es auf die Bildebene. Neu war, dass Lichteinlass nun von einer Blende gesteuert wurde und ein mechanischer und später elektronischer Verschluss die Belichtungsdauer übernahm.

Kameraarten

In den folgenden Jahrzehnten wurden zahlreiche Kameraarten entwickelt, die nach dem Format der Aufnahme unterschieden werden, nach der Art der Bilderfassung und der optischen Konstruktion. So wird in Kleinst- und Kleinbildkameras unterschieden, in Halbformatkameras sowie in Mittel- und Großformatkameras. Die Art der Bilderfassung unterscheidet in Film- und Sensorkameras, die Art der optischen Konstruktion in Lochkamera, Fachkamera sowie die weit verbreiteten Sucher- und Spiegelreflexkameras.

Digitalkamera

Lange Zeit dominierten die Filmkameras die Fotografie. Doch in den 1970er Jahren wurde mit den Digitalkameras eine neue Technik entwickelt, die den Film als Trägermedium obsolet machte, da sie die Bildinformationen in digitale Informationen umwandelte, die auf elektronischen Datenträgern gespeichert wurden. Mitte der 1990er Jahre trat die Digitalkamera ihren Siegeszug an und verdrängte die klassische Filmkamera zu Beginn des neuen Jahrtausends rasant. Heute wird die Filmkamera weitgehend nur noch von Enthusiasten und Künstlern genutzt, die Digitalkamera dominiert die Fotografie.
Kleinbild
Das gängige Format zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts war das Großformat. Doch mit der Verbreitung der Fotografie entwickelten sich zahlreiche Kunstformen, bei denen es unmöglich war, die umfangreiche Ausrüstung mitzunehmen, um Bilder zu machen. Eine Lösung schien der 35-mm-Film zu bieten, den es bereits seit 1889 gab. Doch erst 1913 gelang es der Firma Ernst Leitz, eine Sucherkamera für dieses Filmformat zu entwickeln, die den Grundstein für die auch heute noch gebräuchliche und weit verbreitete Kleinbildfotografie im Format 24 x 36 Millimeter legte. Das Unternehmen Kodak zeichnete sich einige Zeit später dafür verantwortlich dass der Film in Filmrollen erhältlich war.
Kodak
Bei Kodak oder der Eastman Kodak Company, wie der vollständige Firmenname lautet, handelt es sich um ein multinational agierendes Unternehmen, das sich auf die Herstellung von Fotokameras und deren Ausrüstung sowie auf die Produktion professioneller Druckmaschinen spezialisiert hat. Ab 1888 stellte das Unternehmen, das zu dieser Zeit noch unter dem Namen Eastman Dry Plate Company arbeitete, industriell Rollfilme und Fotokameras wie die international sehr erfolgreiche erste Boxkamera Kodak 1 her. Gemäß dem Slogan „You press the button – we do the rest“ war die Boxkamera auch für Laien sehr einfach zu bedienen. Die Fotografie eroberte dadurch die Freizeit vieler Bürger. 1921 wurde die erste Niederlassung in Heidelberg gegründet, 1927 erwarb das Unternehmen die Glanzfilm AG in Berlin und 1931 das in Stuttgart ansässige Kamerawerk August Nagel.

Im Jahr 1935 stellte Kodak mit seinen neuen Farbdiafilmen einen neuen Qualitätsstandard auf, der die folgenden Jahrzehnte den Markt bestimmen sollte. Die in den frühen 1960er und 1970er Jahren erschienenen Instamatic- und Pocketfilme konnten an den großen Erfolg anschließen. Mitte der 1970er Jahre musste das Unternehmen einen kostspieligen Patentstreit mit dem Konkurrenzunternehmen Polaroid ausfechten, da die Kodak eine Sofortbildkamera auf den Markt brachte. 1986 ging das Verfahren für Kodak negativ aus, es musste nicht nur die Produktion eingestellt, sondern alle verkauften Sofortbildkameras zurückgekauft und eingestampft werden. Zudem scheiterte Kodak mit seinem neuen Disc-Verfahren auf dem Markt. 1987 ging es allerdings bereits wieder bergauf, 1991 brachte der Kamerahersteller die weltweit erste Digitalkamera auf den Markt. Diese war jedoch noch nicht für die breite Masse gedacht, die Innovation kostete knapp 25.000 Mark. 

In der Folgezeit sanken die Preise allerdings recht schnell, Kodak spielte auf dem Markt der digitalen Fotografie ganz vorn mit. Der Erfolg hatte jedoch auch seine Schattenseiten. Durch den Erfolg der neuen Technologie litt auch bei Kodak das Segment der analogen Kameras. 2004 zog der Kamerahersteller die Konsequenzen, stellte den Verkauf der Advanced Photo Systems ein und konzentrierte sich auf den digitalen Markt. Der Umbau des Unternehmens war schmerzhaft, Kodak musste in der Folgezeit 15.000 Arbeitsplätze einsparen. 2009 trennte sich das Unternehmen ebenfalls von seinem Traditionsprodukt Kodak Kodachrome, welches fast ein dreiviertel Jahrhundert hergestellt wurde. Heute hat sich Kodak endgültig vom Segment der Fotografie zurückgezogen und konzentriert sich hauptsächlich auf das Druckergeschäft.
Kontrast
Der Kontrast bezeichnet einen gemessenen oder auch nur empfundenen Unterschied zwischen zwei verschiedenen Helligkeiten beziehungsweise zwischen den Helligkeitsverläufen eines Bildes. Bei einem hohen Kontrast sind die einzelnen Helligkeiten stark voneinander abgegrenzt, bei einem schwachen Kontrast gehen die Werte ineinander über, das Bild wirkt verschwommen, eine klare Linie ist nicht mehr zu erkennen. Bei gesunden Augen ist der Mensch problemlos in der Lage, den Kontrastumfang, also den Identitätsunterschied zwischen dem hellsten und dem dunkelsten Punkt, in der Natur zu unterscheiden. Allerdings können Kontrastphänomene auch optische Täuschungen hervorrufen.

In der Fotografie bestimmen mehrere Faktoren den Kontrastumfang der Aufnahmen. Sowohl bei analogen als auch bei digitalen Kameras ist natürlich die Wahl des richtigen Objektivs ein entscheidendes Kriterium. Bei der analogen Fotografie kommt noch die Qualität des verwendeten Filmmaterials sowie des Fotopapiers hinzu. Bei der Digitalfotografie bestimmen zusätzlich die Leistung des Analog-Digitalwandlers sowie die Höhe der ISO-Empfindlichkeit den Grad des Kontrastumfanges. Mit einer Blende und einer Änderung der Belichtungszeit wird allerdings nicht auf den Grad des Kontrastumfanges Einfluss genommen. Diese verschieben nur den Kontrastbereich. 

Mit geeigneten Bildbearbeitungsprogrammen ist am Computer ebenfalls eine Verbesserung des Kontrastumfanges möglich. Abgebildete Kontrastarten sind unter anderem der Hell-Dunkel-Kontrast, der Qualitätskontrast zwischen leuchtenden und stumpfen Farben sowie zwischen den Größenverhältnissen der Farben, der Kalt-Warm-Kontrast und der Farbkontrast.
Kalender
In der allgemeinen Definition bezeichnet der Begriff Kalender, veraltet auch Jahrweiser, eine Übersicht über die Einzelzeiträume innerhalb eines Jahres. Der Begriff kommt aus dem lateinischen Sprachraum und wurde von dem Wort Calendarium abgeleitet, was „Schuldbuch“ bedeutet. Im Laufe der Zeit wurden in verschiedenen Kulturen mehr oder weniger genaue Kalendersysteme entwickelt. Der derzeit am häufigsten verwendete Kalender ist der gregorianische, der aus dem 16. Jahrhundert stammt. Die Grundlage zur Berechnung der Tage, Monate und Wochen sind astronomische Prinzipien.

Geschichte der Kalender

Kalendersysteme waren eine wichtige Grundlage für die Entwicklung der menschlichen Zivilisation. Frühe Formen sind bereits aus der Zeit der Jägerkulturen bekannt, die ein Wissen um den zyklischen Charakter der Tierwanderungen hatten. Auch die Mondphasen wurden bereits früh in der Menschheitsgeschichte beobachtet. Spätestens in den Kulturen, die sich landwirtschaftlich ernährten, mussten Kalendersysteme geschaffen werden, um zyklisch wiederkehrenden Wetterbedingungen zu bestimmen und die Arbeit hinsichtlich Aussaat und Ernte zu optimieren. Dass auch die Bewegungen der Himmelskörper genau beobachtet wurden, zeigt nicht zuletzt der Turm von Jericho, der im 9. Jahrhundert errichtet wurde und der auf eine Kenntnis der Sommersonnenwende hindeutet. Bauten aus der Bronzezeit wie Stonehenge lassen eine profunde Kenntnis astronomischer Prinzipien ebenso erkennen wie Darstellungen von Himmelskörpern etwa auf der Himmelsscheibe, die in Nebra gefunden wurde. Nicht selten gingen mit der Entwicklung der ersten Kalendersysteme religiöse Kulte einher, etwa um die Fruchtbarkeit zu steigern. Diese Feierlichkeiten wurden ebenfalls in den ersten Chronologien vermerkt. Die frühen erkennbaren Kalendersysteme, die bis heute überliefert sind, gehen auf die Kulturen in Altägypten und Babylonien zurück und orientierten sich an den Phasen des Mondes. In dieser Zeit wurde auch das Prinzip der siebentägigen Woche entwickelt. Leider waren derartige Mondkalender sehr ungenau, sie liefen im Vergleich zum Sonnenjahr mehrere Tage nach, sodass sich kalendarische Verschiebungen einstellten.

Berechnung der Kalender

Die ersten Kalender basierten auf reiner Beobachtung. Wichtige Eckpunkte bildeten bedeutende astronomische Ereignisse. So begann das neue Jahr häufig mit der Tag-und-Nacht-Gleiche im Frühjahr oder im Herbst, die Monate fingen an, wenn sich nach dem Neumond die erste Sichel am Himmel zeigte. Dies sorgte für starke Ungenauigkeiten, da die zeitliche Bestimmung vieler Ereignisse abhängig vom Standort des Beobachters sind, sodass sich Differenzen selbst innerhalb einzelner Kalendersysteme ergaben. Zudem können meteorologische Widrigkeiten zu Problemen führen. Ein bedeckter Himmel beispielsweise sorgt dafür, dass der Hohepriester keine Mondsichel erkennen und den neuen Monat ausrufen kann. Dies sorgte beispielsweise beim frühen jüdischen Kalender für ausgefallene oder falsch datierte religiöse Festlichkeiten. Kalender, die durch Beobachtung aufgestellt wurden, verloren daher nach und nach an Bedeutung, man ging über, die chronologischen Systeme durch Berechnungen zu ermitteln. Der letzte Versuch, einen Kalender durch Beobachtung zu erstellen, scheiterte im frühen 19. Jahrhundert mit dem Französischen Revolutionskalender.
Kalendergeschichten
Bei den Kalendergeschichten handelt es sich um eine literarische Gattung, die zu den Kurzgeschichten zählt und weitere epische Elemente beispielsweise der Parabel oder der Anekdote beinhaltet. Gewöhnlich enden diese Geschichten mit einer Pointe. Der Begriff wird abgeleitet vom sogenannten Volkskalender, der seit der Erfindung des Buchdruckes zunehmend mit ebensolchen Geschichten versehen wurde. Die Literaturgattung der Kalendergeschichte erschien bis ins 19. Jahrhundert hinein ausschließlich in den Volkskalendern.

Diese Geschichten richteten sich an Volksschichten, die zum größten Teil nur wenig Bildung genossen haben. Daher war die verwendete Sprache betont einfach gehalten und zumeist an die mündliche Rede angelehnt. Zudem wurden die Volkskalender neben den Kalendergeschichten auch mit praktischen Ratschlägen wie Wetterregeln, astronomischen Informationen aber auch Gesundheitstipps und Rezepten versehen, die im Alltag der Handwerker und vor allem der Bauern nützlich waren. Die Kalendergeschichten dienten hingegen weniger zur Information der Bevölkerung, sondern sollten durch die Beschreibung von seltsamen Ereignissen belustigen und unterhalten, die einfachen Leuten im Alltag widerfuhren. Allerdings wurden auf diese Weise auch bildungsrelevante Informationen transportiert, wie etwa Hintergründe zu geschichtlichen Ereignissen.

Mit der Aufklärung gewann der bildende Aspekt eine zunehmende Bedeutung. Die Kalendergeschichten hatten nun die Aufgabe, die Bevölkerung moralisch zu belehren und den Aberglauben der Menschen zurückzudrängen. Im 19. Jahrhundert trennte der Schriftsteller Johann Peter Hebel die bis dahin eng mit dem Volkskalender verbundene Kalendergeschichte von ihrem Träger und etablierte sie zu einer eigenständigen Literaturgattung. Die folgenden Sammlungen von Kalendergeschichten – „Rheinischer Hausfreund“ und „Schatzkästlein des Rheinischen Hausfreundes“ – prägten die neue Gattung dauerhaft und hoben das Niveau der verwendeten Sprache deutlich an, wobei die Geschichten trotz ihrer nun anspruchsvolleren Erzähltechnik weiterhin sehr volksnah waren. Die gesammelten Kalendergeschichten Hebels gehören heute zum Literaturkanon, die Gattung wird bis heute weiterentwickelt.
Kalenderparadox
Zuletzt flammte zu den Jahreswechseln von den Jahren 1999 zu 2000 und 2000 zu 2001 erneut die Diskussion auf, wann denn nun das neue Jahrtausend beginnt. Es bildeten sich zwei verschiedene Lager. Das eine vertrat die Ansicht, dass das neue Jahrtausend mit dem Jahr 2000 beginnt, da doch die das erste Jahr mit der großen „2“ sei. Ihre Gegner beharrten darauf, dass das neue Jahrtausend erst im Jahr darauf beginnen sollte, da die Zählung erst mit dem Jahr „1“ beginne.

Tatsächlich hat die zweite Gruppe recht, das neue Jahrtausend begann erst am 1. Januar 2001. Der Grund ist, dass im bürgerlichen beziehungsweise gregorianischen Kalender die Null fehlt. Der namensgebende Papst Gregor XIII. hat den Beginn der neuen Jahreszählung auf das Jahr 1 nach Christi Geburt festgesetzt. Das Jahr vor der neuen Zählung wurde als Jahr 1 vor Christi Geburt gezählt. Die Zeitenwende des bürgerlichen beziehungsweise gregorianischen Kalenders springt also von -1 auf +1, eine Regelung, die natürlich bei den folgenden Jahrtausendwenden Verwirrung stiftet, da diese ja sozusagen über ein nulltes Jahr verfügen.
Kalendersysteme
Kalender oder sogenannte Jahrweiser sind kulturelle Entwicklungen, um den Ablauf der Zeit zu strukturieren und das Jahr in einzelne Segmente wie Tage, Wochen und Monate einzuteilen. Der Begriff Kalender geht auf das lateinische „Calendarium“ zurück, zu Deutsch „Schuldbuch“, in denen die ersten Tage der antiken Monate aufgezeichnet wurden, an denen die Zinsen gezahlt und Darlehen vergeben wurden. Doch Kalender ist nicht gleich Kalender. Im Laufe der Jahrtausende wurden von den Kulturen zahlreiche Kalendersysteme entwickelt, oftmals auch parallel. Für die Berechnung der meisten Kalendersysteme wurden astronomische Prinzipien herangezogen. Die verschiedenen Kalendersysteme basieren jedoch auf der Beobachtung unterschiedlicher Himmelskörper.

Mondkalender

Die ersten Kalendersysteme basierten auf der Beobachtung der Mondphasen, da die Entwicklung dieses Himmelskörpers ohne Hilfsmittel am leichtesten realisiert werden kann. Die ersten Kalendersysteme werden daher auch Mond- beziehungsweise Lunarkalender genannt. Von dem Begriff Mond leitet sich auch der Name der heutigen Zeiteinheit „Monat“ ab. Doch dieses Kalendersystem hat einen entscheidenden Nachteil. Der Mondzyklus deckt sich nicht mit dem Sonnenjahr und ist daher zu ungenau. Das Mondjahr ist knapp 354 Tage lang und damit elf Tage kürzer als das Sonnenjahr. Mondkalender gehen daher einige Tage nach. Dies war vor allem in Agrarkulturen ein entscheidender Nachteil, da sich diese an den Gegebenheiten der Jahreszeiten und damit des Sonnenjahres orientieren mussten. Heute sind nur noch wenige Mondkalender wie der islamische Kalender in Gebrauch.

Solarkalender

Die Solarkalender oder Sonnenkalender, die, wie der Name schon sagt, auf der Beobachtung der Sonne basieren, sind daher um einiges genauer als die Mondkalender, haben jedoch auch die meisten Variationen hervorgebracht. Der erste bekannte Sonnenkalender geht auf das alte Ägypten zurück. In diesem Kalender wurde das Jahr nach dem Tierkreis bereits in zwölf Monate geteilt. Der Solarkalender konnte sich schlussendlich durchsetzen, da dieser mit den Jahreszeiten korreliert und daher der idealste Kalender für die Landwirtschaft ist. Der derzeit am weitesten verbreitete Kalender, der gregorianische Kalender, ist ein reiner Sonnenkalender.

Lunisolarkalender

Der sogenannte Lunisolarkalender ist ein hybrides Kalendersystem, das versucht, die Eigenschaften des Mond- und des Sonnenkalenders zu vereinen. Mit diesem System wurde versucht, den Mondkalender an das Sonnenjahr anzupassen. Dies geschah mit einem Schaltsystem, indem dem System des Mondkalenders sogenannte Schaltmonate hinzugefügt wurden. Daher ist die Länge der einzelnen Jahre eines Lunisolarkalenders stark schwankend und liegt zwischen 353 und 385 Tagen. Der bekannteste noch in Gebrauch befindliche Lunisolarkalender ist der jüdische Kalender. Weitere bekannte Kalendersysteme, die Elemente des Mond- und des Sonnenkalenders beinhalten, sind der chinesische und der keltische Kalender.

Weitere Kalendersysteme

Einige, wenn auch nur wenige, Kalendersysteme basieren jedoch nicht auf der Beobachtung von Mond oder Sonne. Hier sei als Beispiel der Kalender der Maya genannt, der aus einer komplexen Kalenderrunde besteht, die 52 Jahre dauert und die einen immer wiederkehrenden Zyklus von 20 Tagen zur Basis hat.

Trivia
Die vorwissenschaftliche Methode, Kalendersysteme zu berechnen, wird Hemerologie genannt. Die heutige Kalenderkunde wird nach streng wissenschaftlichen Prinzipien erarbeitet und gehört zu Fachgebiet der astronomischen Chronologie.

Kirchenjahr
Das annus ecclesiasticus oder eben profan Kirchenjahr bezeichnet die periodisch wiederkehrende Abfolge von geistlichen Feierlichkeiten im Christentum. Nach ihnen richten sich die Liturgie und die praktische Ausführung des Gottesdienstes. Je nach christlicher Konfession beginnt das Kirchenjahr zu einem anderen Zeitpunkt. Sowohl bei der katholischen als auch bei der evangelischen Kirche beginnt das Kirchenjahr am Abend vor dem Sonntag im Advent, genauer gesagt zur Vesper, und endet für die evangelische Kirche am Totensonntag. Für orthodoxe Gemeinden hingegen beginnt das Kirchenjahr eine Woche vor dem Fest zur Geburt der Maria am 8. September. Höhepunkte und Grundlage des kirchlichen Jahreszyklus bilden jedoch bei allen christlichen Religionen die Festkreise rund um Weihnachten und vor allem Ostern. Allerdings werden die Feste bei einigen orthodoxen Gemeinden ebenfalls wieder an anderen Tagen gefeiert, da diese weiterhin den julianischen Kalender verwenden und dieser sich in der Zählweise vom gregorianischen Kalender unterscheidet.

Der Begriff wurde erstmals im Jahre 1589 von einem lutherischen Pastor verwendet. Dieser deutet die mit der Reformation begonnene Trennung von geistlicher und profaner Zeitordnung an. Das Kirchenjahr beziehungsweise deren Feste werden im Rahmen einer Heilsgeschichte begangen. Die Grundlagen, an denen sich das Kirchenjahr anlehnt, sind die 7-Tage-Woche, astronomische Daten wie die Tag-und-Nacht-Gleiche sowie Anleihen aus dem jüdischen Kalender. 
Koptischer Kalender
Der Koptische Kalender ist ein chronologisches Zählsystem, das auf astronomischen Daten basiert und das von der koptisch-orthodoxen Kirche verwendet wird. Der Kalender ist in zwölf Monate á 30 Tage unterteilt. Hinzu kommen die sogenannten Epagomenen, fünf Tage, die zusätzlich eingeschoben werden. Alle sechs Jahre greift eine Schaltregelung und es wird ein weiterer Tag eingeschoben, um die Ungenauigkeiten des Kalenders auszugleichen. Dreimal in 400 Jahren entfällt diese Regelung jedoch. 

Geschichte

Die Grundlage des koptischen Kalenders bilden die Prinzipien, die im ägyptischen Kalender formuliert und bei der Entwicklung des neuen Kalendersystems angepasst wurden. So wurde als Datum der Kalenderära das Jahr und den Tag gesetzt, in dem der römische Kaiser Diokletian den Thron bestieg. Die diokletianische Ära, in der die Christenverfolgungen langsam ihr Ende fanden, begann am 29. August 284. Der Jahresbeginn im koptischen Kalender beginnt nach dem gregorianischen Kalender kurz vor dem sekundären Äquinoktium am 11. September und wird mit dem Fest Nairuz eingeleitet. Greift das Jahr mit der Schaltregelung, wird der Schalttag als Neujahrstag am 12. September eingeführt. Der koptische Kalender ist sehr eng mit dem äthiopischen Kalender verwandt, der ebenfalls auf dem ägyptischen Kalender basiert. Der äthiopische Kalender unterscheidet sich vom koptischen allerdings dadurch, dass er 276 Jahre älter ist.